Berlin
In Berlin zeigt sich die Krise besonders drastisch: Der Stadtwald ist in einem alarmierenden Zustand. Jahrzehntelange Eingriffe und anhaltende Trockenheit haben ihn geschwächt und ausgedünnt. Hitze und Dürre verschärfen die Lage zusätzlich.
Was fehlt, ist eine belastbare Grundlage für Entscheidungen: Bis heute gibt es kein ausreichendes Monitoring, das wirklich Aufschluss darüber gibt, welche Form der Bewirtschaftung dem Wald unter den aktuellen Klimabedingungen hilft – und welche ihm weiter schadet.
Genau deshalb ist es fahrlässig, im Blindflug weitere Eingriffe vorzunehmen. Wir brauchen erst eine solide Datengrundlage, bevor Eingriffe erfolgen, die sich nicht rückgängig machen lassen.
Aus unserer Sicht muss das Einschlagmoratorium, das in Berlin bis April dieses Jahres galt, zumindest so lange fortgeführt werden, bis eine fundierte Steuerung auf Basis von Daten möglich ist.
Mehr noch: Angesichts des aktuellen Zustands des Waldes steht im Raum, ob es nicht sinnvoll wäre, vorerst ganz auf Holzeinschlag außerhalb der Verkehrssicherungspflicht zu verzichten.
Denn klar ist: Schon heute ist nur noch ein kleiner Teil der Bäume wirklich gesund – rund 97 % weisen Schäden auf. Ohne eine Kurskorrektur riskieren wir, die Stabilität des Stadtwaldes weiter zu untergraben, statt sie zu stärken.