Bäume retten Leben. Für mehr Grün in unseren Städten. 

Darum geht’s

Fast eine Million Bäume sind in den letzten Jahren aus deutschen Städten verschwunden. Während sich unsere Städte durch die Klimakrise immer unerträglicher aufheizen, werden ausgerechnet große Stadtbäume, unsere wirksamsten natürlichen Klimaschützer und Schattenspender, vielerorts bedenkenlos geopfert: für Bauprojekte, Parkplätze und kurzfristige Profitinteressen. Das ist ein politisches Versagen mit fatalen Folgen. Denn mit jedem gefällten Baum verlieren wir nicht nur Grün und Lebensqualität, sondern vor allem lebenswichtigen Schutz vor Hitze, die längst zu einer massiven Gesundheitsgefahr geworden ist.

Es ist Zeit umzusteuern: Wir fordern ein Bundesgesetz, das Stadtbäume und Grünflächen wirksam schützt und bei allen Planungen verbindlich berücksichtigt. Denn obwohl seit Jahren bekannt ist, wie wichtig Stadtgrün für Gesundheit und Hitzeschutz ist, wird es in der Praxis immer wieder geopfert.

Freiwillige Absichtserklärungen reichen nicht aus. Was Menschen vor lebensgefährlicher Hitze schützt, braucht einen gesetzlichen Schutzrahmen. Denn Bäume sind kein Luxus. Sie sind lebensnotwendige Infrastruktur. Sie schützen unsere Gesundheit. Unterschreib jetzt!

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Stadtbäume sind kein Luxus, sondern lebensnotwendig. Für den Schutz von Grün in unseren Städten!

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  • Stadtbäume sind kein Luxus, sondern lebensnotwendig. Deshalb brauchen wir jetzt verbindliche Regeln, die Stadtgrün endlich als das behandeln, was es ist: unverzichtbare Infrastruktur für Hitzeschutz, Gesundheit und Lebensqualität.

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Petition: Bäume retten Leben. Für mehr Grün in unseren Städten.

An Bundesbauministerin Verena Hubertz und Bundesgesundheitsministerin Nina Warken

Im Sommer zeigt sich, worauf es in unseren Städten wirklich ankommt: Bäume, Schatten und Grün. Wenn sich Straßen und Plätze aufheizen, der Beton glüht und jeder Weg durch die Stadt zur Belastung wird, sind Bäume lebenswichtiger Schutz. Sie spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung und mindern die gesundheitlichen Belastungen durch Hitze. Gleichzeitig verschwindet immer mehr Grün aus unseren Städten.  Auch große Stadtbäume werden vielerorts leichtfertig gefällt. Was in wenigen Stunden zerstört wird, braucht Jahrzehnte, um nachzuwachsen. Kein neu gepflanzter Baum kann die Leistungen eines alten Stadtbaums kurzfristig ersetzen.

Wir fordern die Bundesregierung auf, jetzt endlich die Weichen zu stellen, um uns alle wirksam vor Hitze zu schützen. Beim Wohnungsbau, bei Rad- und Fußwegen, bei jedem Parkplatz, vom Kindergarten bis zum Altenheim – überall brauchen wir Bäume, Sträucher und offenen Boden, und zwar nicht weil es ‘nice to have’ ist, sondern überlebenswichtig.

Hier weiterlesen:

Die Ergebnisse unseres Hitze-Checks 2026 zeigen, wie dramatisch die Lage bereits ist: Zwischen 2018 und 2025 sind in deutschen Städten hochgerechnet mehr als 900.000 Bäume verschwunden. Gleichzeitig schreitet die Versiegelung weiter voran und die Hitzebelastung nimmt drastisch zu. Die Städte werden heißer, grauer und lebensfeindlicher – und die Verantwortlichen reagieren noch immer nicht.

Das ist ein Weckruf. Stadtgrün ist keine freiwillige Verschönerung, sondern unverzichtbar als Hitzeschutz, für die Gesundheit und Lebensqualität. Niemand würde auf die Idee kommen, Trinkwasserleitungen, Kanalisation oder Fluchtwege als freiwillige Extras zu behandeln. Sie sind gesetzlich vorgeschrieben, weil sie Leben und Gesundheit schützen. Für Stadtgrün muss dasselbe gelten. Bäume und Grünflächen sind unverzichtbare Infrastruktur für den Schutz vor Hitze – und brauchen deshalb klare gesetzliche Vorgaben.

Unsere Forderungen:

1. Baumschutz vor Baurecht

Baumschutzordnungen müssen flächendeckend eingeführt und das Städtebaurecht klimaangepasst weiterentwickelt werden. Alter Baumbestand darf nicht regelmäßig gegen Bauinteressen ausgespielt werden. Wenn öffentliche Stellen Bäume fällen wollen, muss das transparent, nachvollziehbar und rechtlich überprüfbar sein.

2. Verbindliche Mindeststandards für Stadtgrün: die 3-30-300-Regel

Jede Person sollte von ihrem Zuhause aus mindestens drei Bäume sehen können, in einem Umfeld mit 30 Prozent Baumbeschirmung leben und eine Grünfläche in höchstens 300 Metern Entfernung erreichen können. Zusätzlich braucht es verbindliche Grünflächenanteile auf zu bebauenden Grundstücken.

3. Kein Baum weniger

Baumerhalt muss grundsätzlich Vorrang vor Fällung haben. Wo eine Fällung ausnahmsweise unvermeidbar ist, müssen mindestens drei neue Bäume nachgepflanzt werden.

4. Pflege und Bewässerung sichern

Es reicht nicht, Bäume nur zu pflanzen. Damit sie langfristig ihre kühlende Wirkung entfalten können, müssen sie gepflegt und ausreichend mit Wasser versorgt werden. Dafür brauchen die zuständigen Grünflächenämter die notwendigen Mittel.

5. Stadtgrün als lebensnotwendige Gesundheitsinfrastruktur anerkennen

Hitzeschutz beginnt nicht erst bei der nächsten Hitzewelle. Stadtgrün muss als Teil der öffentlichen Gesundheitsvorsorge anerkannt werden. Bäume und Grünflächen schützen Menschen vor Hitze und müssen deshalb bei der Stadtplanung genauso selbstverständlich berücksichtigt werden wie andere wichtige Infrastrukturen.

Der Hitze-Check zeigt deutlich: Unsere Städte verlieren Bäume und Grünflächen, während die Hitzebelastung weiter zunimmt. Stadtbäume sind unsere wirksamsten natürlichen Klimaanlagen. Wenn wir sie verlieren, verlieren wir Schutz vor Hitze direkt vor unserer Haustür. Denn Stadtbäume sind kein Luxus, sondern lebensnotwendig.

Eine Übersicht unserer Forderungen für mehr Stadtgrün findest du in unserem Positionspapier

Wir machen gefällte und bedrohte Bäume sichtbar

Der Emmauswald ist auf einem ehemaligen Friedhof entstanden, der seit 40 Jahren nicht mehr genutzt wird. Hier hat sich ein artenreicher Wald mit Linden, Eichen, Ahorn und Kastanien entwickelt, Bäume haben teilweise Stammumfänge von über 130 cm. Rund 20 geschützte Vogelarten wurden nachgewiesen. Die BUWOG Bauträger GmbH (Tochter der Vonovia) plant ein Neubau-Areal mit 490 Eigentumswohnungen. Für alternative Lösungen und den vollständigen Erhalt kämpft die Initiative „Emmauswald bleibt!“ (Foto: © Initiative Emmauswald bleibt!)

Vor einigen Jahren musste ein rund 40jähriger Eschen-Ahorn mit einem Kronendurchmesser von über 20 m entfernt werden, da dieser bei Sturm zerbrochen und umgefallen ist. Trotz intensiver Bemühungen der DUH im Gespräch mit dem Bezirk konnte bis heute keine Ersatzpflanzung der derselben Stelle erreicht werden. Im Rahmen von Bauarbeiten auf dem Platz wurde die Baumscheibe nicht für eine potenzielle Neupflanzung erhalten, sondern weggenommen und zugepflastert. Fotos: © DUH/ Ilka Markus, Hanna Buntz

Viele der Straßenbäume entlang des kurzen Abschnittes der Ollenhauerstraße zwischen Kögelstraße und Reineckes Hof sind 50 Jahre alt, einige sogar älter. Im Zuge der Erneuerung der Straße und Radwegeausbaus sollen alle Bäume gefällt werden. Alternative Planungsvarianten wurden seitens Bezirks verworfen, warum ist nicht erkennbar. Die Bäume werden seitens des Bezirks Für alternative Lösungen und den vollständigen Erhalt kämpft die “Initiative Ollenhauerstraße” gemeinsam mit dem “Netzwerk Fahrradfreundliches Reinickendorf” (Fotos: © Initiative Ollenhauerstraße)

Mit der Torstraße soll eine der wichtigsten Straßen im Berliner Bezirk Mitte erneuert und umgestaltet werden. Dabei droht der Verlust von bis zu 40 alten Straßenbäumen, die zahlenmäßig nicht adäquat ausgeglichen werden. Die Initiative “Lebendige Torstraße” engagiert sich für den vollständigen Erhalt der Bäume und Hecken als wichtige Schattenspender und fordert die Neuplanung zukunftsfähig zu gestalten. Dazu gehören Bedingungsloser Baumerhalt und vor allem eine echte Mobilitätswende statt Kapazitätsverstetigung im motorisierten Individualverkehr. Fotos: (c) Initiative Lebendige Torstraße

Für den geplanten Bau der Schnellstraße Tangential Verbindung Ost (TVO) zwischen Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick müssten nach aktuellen Planungen rund 15 bis 16 Hektar Wald im Wald und Naherholungsgebiet Wuhlheide gerodet werden. Bereits 1969 wurde der grundsätzliche Verlauf im Generalverkehrsplan der Hauptstadt der DDR Berlin festgelegt. Schätzungen zufolge würden mehr als 3.000 Bäume für die vierspurige Straße geopfert werden und einen massiven Eingriff in das Ökosystem bedeuten, welches Trink­wasser­reservoir, Regen­wasser­speicher und ist Erho­lungs­gebiet ist. Ungeachtet der Einwände verfolgt der Berliner Senat die Planungen weiter. Für eine zukunftsfähige Verkehrsplanung und den Ausbau des ÖPNV mit einer Nahverkehrstangente setzen sich die “Bürgerinitiative Wuhlheide” und viele weiteren Anwohnerinitiativen sowie Umweltverbände ein. Foto: © Björn Obmann

Im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive wird an der Heinz-Brandt-Schule ein Modularer Erweiterungsbau (MEB) gebaut. Dafür wurden im Februar 2026 acht etwa 100 Jahre alte Bäume gefällt und weitere kleine gekappt, obwohl es Alternativen für den MEB gegeben hätte. Die Schüler:innen haben dadurch ihren grünen Rückzugsraum verloren.  Ein von der Schule und den Naturfreunden eingereichter Eilantrag wurde vom Berliner Verwaltungsgericht abgelehnt. Bereits am nächsten Tag wurden die Bäume unter Polizeischutz gefällt. Schulleitung und Elternschaft, die sich seit fünf Jahren für den Erhalt der Bäume eingesetzt hatten, wurden vorab nicht informiert. Weil dieser Fall exemplarisch ist für das Versagen einer integrierten, nachhaltigen Stadtentwicklung, hatte die DUH in enger Zusammenarbeit mit Elternvertretung und Schulleitung im Oktober 2025 zu einer Eil-Aktion aufgerufen,die von über 20.000 Menschen unterschrieben und an den zuständigen Staatsekretär Dr. Kühne übergeben wurde. Foto: © DUH/ Daria Junggeburth

Auf dem Tempelhofer Damm sind umfangreiche Sanierungen der Versorgungsinfragstruktur, insbesondere der maroden Wasserleitungen aus dem 19. Jh. nötig. Zudem will der Senat die Fahrbahn erneuern und verkehrssichere Rad- und Gewege herstellen. In einer breit abgestimmten Alternative sollte die Bäume auf dem Mittelstreifen erhalten bleiben nun droht der Verlust der Bäume, damit der Verkehr während der Bauzeit über den Mittelstreifen geführt werden kann. Unter dem Motto “Sanieren ja – aber nicht um jeden Preis” setzt sich Futur:ista e.V. und viele weitere Initiativen, dafür ein dass keine gesunden Bäume geopfert werden, obwohl es Alternativen gibt. Foto: © Futur:ista e.V.

Diese Organisationen tragen unsere Forderungen mit:

Gemeinsam stark für Bäume in unseren Städten: Mit unserem Kooperationspartner Baumentscheid e.V.

In Berlin haben Bürgerinnen und Bürger bewiesen, was möglich ist: Mit der Volksentscheidsinitiative BaumEntscheid haben sie parteiübergreifend das erste konkrete Klimaanpassungsgesetz Deutschlands erkämpft und damit drei Milliarden Euro für Bäume, Stadtgrün und Klimaanpassung in der Hauptstadt durchgesetzt. Jetzt soll dieses Modell in weitere Städte getragen werden. BaumEntscheid e.V. unterstützt lokale Initiativen dabei, in ihrer Stadt aktiv zu werden: mit Wissen, Netzwerk und dem Berliner Erfahrungsschatz im Rücken. Werde Teil der Bewegung und bring den BaumEntscheid in deine Stadt.

Prominente Unterstützer*innen:

"Stadtbäume sind kein Luxus – sie schützen uns ganz konkret vor Hitze und machen unsere Städte lebenswert. Trotzdem verschwinden immer mehr von ihnen. Deshalb unterstütze ich diese Kampagne: Wir brauchen endlich verbindliche Regeln, die unsere Bäume schützen."

Florian Frohwein Schauspieler und Umweltschützer

FAQs:

Warum sind Bäume so lebenswichtig?

Bäume spenden Schatten, mindern Hitze und kühlen unsere Städte: Sie verschatten aufgeheizte Flächen, kühlen durch Verdunstung über ihre Blätter und können die Temperatur auf Fußgängerebene je nach Standort um bis zu 12 °C senken[1]. Sie stärken nachweislich Wohlbefinden, unsere psychische Gesundheit und tragen zur Erholung bei.[2] Gleichzeitig speichern Stadtbäume CO₂: eine 80-jährige Linde bindet bspw. rund 160 kg pro Jahr, das entspricht über 1.000 km Autofahren. Bäume produzieren zudem Sauerstoff, filtern Schadstoffe und mindern Lärm.[3] Außerdem bieten Bäume einen Lebensraum für viele weitere Tiere und Organismen. [4]

[1] Li et al. (2024), online verfügbar unter: https://www.nature.com/articles/s43247-024-01908-4
[2] Fleming et al. (2024), online verfügbar unter: https://www.researchgate.net/publication/381194118_The_nature_gaze_Eye-tracking_experiment_reveals_well-being_benefits_derived_from_directing_visual_attention_towards_elements_of_nature
[3] Grün in die Stadt (o.J.): https://www.gruen-in-die-stadt.de/leistungen-von-stadtbaeumen/
[4]Gloor et al. (2021), online verfügbar unter: https://www.swild.ch/sites/default/files/publications/BE_StadtbaumBiodivIndex_SWILD_GSZ_20211209def.pdf

Wie hoch ist der Verlust an Grün in deutschen Städten?

Unser Hitze-Check zeigt: in den 195 Städten mit über 50.000 Einwohner*innen werden weiterhin Flächen versiegelt und damit wertvolle Grünflächen gegenüber Neubau und Infrastrukturprojekten geopfert. sind hochgerechnet zwischen 2018 und 2025 über 900.000 Bäume verloren gegangen. In Berlin sind das in acht Jahren fast 60.000 Bäume, in Hamburg über 43.000 Bäume und in München über 15.000 Bäume. Auch wenn teilweise neues Grün und Bäume gepflanzt werden: die Ökosystemleistung alter Bäume wird durch Neupflanzungen erst nach Jahrzehnten erreicht.

Hier geht es zu den Ergebnissen des Hitze-Check 2026: https://www.duh.de/informieren/natur-und-umwelt-vor-ort/hitzecheck/

 

Wie lässt sich Bauen mit Baumschutz verbinden?

Der Erhalt unserer Stadtbäume als wichtiger Bestandteil von Stadtnatur kann nur durch die systematische Integration von Grünplanung und Klimaanpassung mit verbindlichen Mindestanteilen ins Städtebaurecht sowie die konsequente Umsetzung von Baumschutzverordnungen in allen Städten und Gemeinden erreicht werden.

Was muss der Bund ändern?

Bund sollte den Grünflächenfaktor als zusätzliches städtebauliches Steuerungsinstrument in der Baunutzungsverordnung verankern. Analog zur Grundflächenzahl und Geschossflächenzahl würde er festlegen, welcher Mindestanteil eines Baugrundstücks begrünt oder ökologisch wirksam gestaltet werden muss,  beispielsweise durch unversiegelte Flächen, Bäume oder bodengebundene Fassadenbegrünung. Damit entsteht ein klares, einfach anwendbares und bundesweit vergleichbares Instrument, mit dem Kommunen in Bebauungsplänen verbindliche Mindestanteile für Stadtgrün festlegen können.

Die Musterbauordnung des Bundes braucht dringend eine Ermächtigungsklausel für Kommunen, um Grün- und Freiflächensatzungen erlassen zu können.

Außerdem sollte die „ausreichende Versorgung mit Grün- und Freiflächen“ (§1a Abs. 6 Nr. 14 BauGB) mit konkreten Zielwerten hinterlegt werden, ähnlich wie das z.B. für den Lärmschutz bereits Standard ist.

Was müssen die Länder ändern?

Alle Bundesländer sollten die angepasste Musterbauordnung des Bundes übernehmen und ihre Kommunen zu Grün- und Freiraumsatzungen ermächtigen. Die Länder können den Baumschutz landesweit stärken, etwa über Landesnaturschutzgesetze oder landesweite Baumschutzverordnungen. Außerdem können sie über Musterbaumschutzsatzungen klare Standards für kommunale Satzungen setzen. Die Länder sollten klare Mindeststandards setzen, damit kommunale Baumschutzsatzungen Bäume wirksam vor Fällung schützen und Bäume bei Bauvorhaben nicht automatisch nachrangig behandelt werden.

Was können Kommunen tun?

Bereits jetzt können Kommunen Baumschutzsatzungen erlassen. Diese sollten „Erhalt vor Fällung“ ab einem Stammumfang von mindestens 70[1] cm vorschreiben. Bei Bauvorhaben muss die Prüfung von Alternativen verpflichtend sein. Fällungen dürfen nur dann erfolgen, wenn der Baumerhalt nachweislich unmöglich ist. Ersatzpflanzungen sollten mindestens im Verhältnis 3:1 und prioritär im direkten Umfeld.

Je nach Bundesland haben die Kommunen bereits die Möglichkeit, kommunale Freiraumsatzungen zu erlassen. In diesen können sie festlegen, wie viel unversiegelte und begrünte Fläche auf privaten und öffentlichen Grundstücken erhalten oder neu geschaffen werden muss, etwa durch Baumpflanzungen, entsiegelte Flächen und Vorgaben für klimaangepasste Außenräume. So sorgen sie dafür, dass Grün nicht nur freiwillig entsteht, sondern verbindlich erhalten bzw. mitgeplant wird und Städte besser vor Hitze, Starkregen und dem Verlust von Aufenthaltsqualität geschützt werden.

Auch ohne Freiraumsatzung können Kommunen Baumschutz und Stadtgrün in der Bauleitplanung verankern: Sie können in Bebauungsplänen Bestandsbäume sichern, neue Baumstandorte, Grünflächen, Entsiegelung, Dach- und Fassadenbegrünung sowie Regenwasserrückhalt verbindlich festsetzen.

[1] Zielwert aus dem neuen Klimaanpassungsgesetz Berlin (KAnG Bln)

Wie lassen sich Baumfällungen verhindern?

Baumfällungen werden in der Regel nicht öffentlich angekündigt. In Verdachtsfällen lohnt sich immer eine Anfrage bei der Gemeindeverwaltung, ob eine Fällgenehmigung vorliegt. Die Gemeinde ist nach Umweltinformationsgesetz zur Auskunft verpflichtet.

Bäume können durch unterschiedliche rechtliche Grundlagen geschützt sein. Zu den wichtigsten zählen:

  • Bundesnaturschutzgesetz
  • Baugesetzbuch / Festsetzungen in Bebauungsplänen
  • Kommunale Baumschutzverordnungen und Freiraumsatzungen
  • Nachbarrechtsgesetze der Länder

Ausführliche Orientierung zu allen relevanten Rechtsgrundlagen bietet das Baumrechtgutachten der DUH  und die Sonderausgabe „Baumschutz“ des Informationsdienstes für Umweltrecht e.V. unter https://idur.de/baumschutzrechtliche-grundlagen-verkehrssicherungspflichten-aktionsmoeglichkeiten/

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