Stoppt Fast Fashion!

Giftige Chemikalien in Ultra-Fast-Fashion stoppen! Darum geht’s

Wir haben SHEIN-Kleidung im Labor getestet und die Ergebnisse sind alarmierend: eine Kinderjacke die mehr als 10.000-fach den Grenzwert für Ewigkeitschemikalien (PFAS) übersteigt. Ein Kinderschuh gefüllt mit einem Benzin-Gemisch. Dazu organschädigende Schwermetalle, hormonell wirksame Weichmacher und leberschädigende Lösungsmittel. Besonders schockierend: Viele Kinderklamotten sind betroffen! 

Der Ultra-Fast-Fashion-Konzern setzt mit diesen giftigen Kleidungsstücken die Gesundheit unserer Kinder aufs Spiel und macht damit Milliarden-Gewinne. 

Wir gehen deshalb als erste deutsche Umweltschutz- und Verbraucherschutz-Organisation rechtlich gegen den SHEIN vor und setzen uns so dafür ein, dass belastete Produkte von der Plattform verschwinden.  

Doch das Problem sind nicht nur einzelne belastete Produkte. Das Problem ist ein Geschäftsmodell, das auf immer mehr, immer billigerer und immer kurzlebigerer Kleidung basiert – produziert unter hohem Chemikalieneinsatz und mit gravierenden Folgen für Umwelt, Klima und Gesundheit. Deshalb muss die Bundesregierung JETZT handeln! Fordere Bundesumweltminister Carsten Schneider auf, die historische Chance zu nutzen und aus dem Textilgesetz ein echtes Anti-Fast-Fashion-Gesetz zu machen!

Jetzt unterschreiben:

Für Mode, die Zukunft hat und für Marken, die Verantwortung tragen! 

75.000
53.822

*Pflichtfeld

Deine Daten verarbeiten wir für die Teilnahme an dieser Aktion. Um deine Teilnahme zu bestätigen, erhältst du eine E-Mail. Darin kannst du auch entscheiden, ob du unseren E-Mail-Newsletter erhalten willst. Nach der Bestätigung deiner E-Mailadresse zählen wir Deine Teilnahme. Das detaillierte Vorgehen findest du hier.

  • Deine Unterschrift zählt jetzt mehr als je zuvor: Wir haben jetzt eine einmalige Chance, die Hersteller durch das neue Textilgesetz in die Verantwortung zu nehmen. Doch das bisher vorgelegte Eckpunktepapier des Umweltministeriums sieht lediglich vorher, Textilmüll zu verwalten, anstatt systematisch gegen den Fast-Fashion-Wahnsinn vorzugehen.
    Mit deiner Unterschrift machen wir gemeinsam Druck!

Die Laborergebnisse im Überblick:

Petition an unseren Bundesumweltminister: Nutzen Sie die EU-Vorgabe zur erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für ein wirksames deutsches Gesetz für kreislauffähige Kleidung ohne Verschwendung!

Sehr geehrter Herr Carsten Schneider,

die Textilindustrie braucht eine grundlegende Neuausrichtung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, um Überproduktion einzudämmen, Textilen durch Recycling im Kreislauf zu halten und endlich nachhaltige Alternativen wie Reparatur, Secondhand, Vermietung und Sharing-Modelle sowie Upcycling zur neuen Normalität zu machen. Nur wenn ökologische und soziale Kosten in der gesamten Lieferkette berücksichtigt werden, kann sich die Textilindustrie vom linearen Wegwerfmodell hin zu einer echten Kreislaufwirtschaft entwickeln. Und dafür brauchen wir Sie! JETZT.

Die Bundesregierung hat gerade die historische Chance, mittels der EPR (Extended Producer Responsibility) Richtlinie erstmalig Hersteller zur Verantwortung zu ziehen: von der Sammlung über die Wiederverwendung bis zum Recycling.

Deshalb fordern wir jetzt:

  • Verbindliche Zielquoten für Abfallvermeidung und Wiederverwendung
    Nur über klare Zielvorgaben für weniger Textilabfälle und hohe Wiederverwendungsquoten innerhalb und außerhalb Deutschlands, kann die ressourcenintensive Überproduktion gestoppt werden.
  • Stärkung zirkulärer Geschäftsmodelle und Reparaturangebote
    Mindestens 25 Prozent der EPR-Beiträge müssen in einen Fonds fließen, der zirkuläre Geschäftsmodelle  wie Secondhand, Upcycling und professionelle Leihmodelle sowie Reparatur fördert – für flächendeckende und bezahlbare kreislauffähige Textilkonsum-Angebote.

Alle Forderungen ansehen

  • Hochwertige und recyclingfähige Textilien fördern
    Hersteller, die langlebige, reparierbare und recyclingfähige Textilien auf den Markt bringen, zahlen weniger EPR-Gebühren. Fast-Fashion-Anbieter zahlen mehr.
  • Klare Verantwortlichkeiten, Fairness und Kontrolle
    Die finanzielle Verantwortung, die EPR-Vorgaben zu erfüllen, muss vollständig bei den Herstellern liegen. Das Umweltbundesamt muss die Erfüllung der Umweltziele regelmäßig prüfen und Verstöße sanktionieren. Online-Marktplätze müssen dafür haften, dass sie nur Produkte von Herstellern verkaufen, die auch Gebühren bezahlen.
  • Schluss mit dem Export von unbrauchbarem Textilmüll und Verantwortung für Schäden
    Keine Entsorgung auf Kosten von Ländern des globalen Südens. Nur marktfähige, geprüfte Second Hand Ware darf exportiert werden – das schützt Menschen und Umwelt weltweit. Die EPR-Gebühren müssen auch die Länder, in die europäische Alttextilien fließen, für den Aufbau eigener Wiederverwendungs- und Entsorgungsstrukturen unterstützen.
  • Werbeverbot für klimaschädliche Fast Fashion.
    Aggressive Rabattaktionen, künstliche Verknappung und Fast-Fashion-Marketing – auch mit Influencern in den sozialen Medien – müssen zudem verboten werden.

Herr Schneider, Sie haben es jetzt in der Hand: Ziehen Sie die Hersteller endlich zur Verantwortung!

Kurze Chemie-Stunde: welche Chemikalien wir untersucht haben

PFAS (Ewigkeitschemikalien) werden häufig eingesetzt, um Kleidung wasser-, schmutz- oder fettabweisend zu machen, bauen sich jedoch kaum ab und können sich dauerhaft in Umwelt, Tieren und Menschen anreichern. 6 von 8 Kinderjacken überschritten die gesetzlichen Grenzwerte. Eine Kinderjacke überschritt den Grenzwert für PFAS um das 10.000-fache!

Phthalate machen Kunststoffe weich und flexibel, gelten teilweise als hormonell wirksam. In der Laufsohle eines Damenstiefels wurden 179.000 mg/kg des fortpflanzungsschädigenden Weichmachers Di(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP) nachgewiesen – eine 179-fache Überschreitung des nach REACH zulässigen Grenzwerts von 1.000 mg/kg.

In mehreren Produkten wurden Schwermetalle nachgewiesen, darunter Blei, Cadmium, Nickel, Chrom und Antimon. Blei und Cadmium, können bereits in geringen Mengen Organe schädigen und Böden sowie Gewässer langfristig belasten.

Wir haben SHEIN-Kleidung im Labor getestet - die Ergebnisse sind schockierend.

Die 18 untersuchten SHEIN-Produkte wurden im Bremer Umweltinstitut auf insgesamt 18 Einzelchemikalien bzw. Stoffparameter aus sieben gesundheits- und umweltrelevanten Chemikaliengruppen untersucht

Analysiert wurden neben den PFAS die Phthalate, flüchtige organische Verbindungen (VOC, einschließlich DMF), Formaldehyd, Alkylphenolethoxylate (APEO), polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sowie Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Nickel und Chrom.

In 15 von 18 untersuchten Produkten fanden wir problematische Chemikalien oder auffällige chemische Produktionsrückstände.

Der höchste Phthalatbefund wurde in dem schwarzen Damenstiefel (links) festgestellt. Dort wurden 179.000 mg/kg Di(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP) gemessen – eine 179-fache Überschreitung des nach REACH zulässigen Grenzwerts von 1.000 mg/kg.

Unsere Untersuchung hat unmittelbare rechtliche Konsequenzen. Auf Grundlage der Laboranalysen hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die Betreiberin der Plattform Infinite Styles Services Co. Ltd. am 25. Juni 2026 wegen des Vertriebs mehrerer rechtswidriger Produkte abgemahnt.

"Anstatt das Unternehmen freiwillig gesunde Kleidung für Kinder machen, nehmen sie für die Marge in Kauf, dass Schadstoffe enthalten sein können, die am Ende uns allen schaden!"

Anke Dozentin und Fashion Educator

„Ein Ultra Fast Fashion Konzern wie SHEIN kann sich nicht in der Werbung greenwashen und gleichzeitig Kinderkleidung voller giftiger Chemikalien verkaufen. Wir brauchen besseren Schutz der Verbraucher*innen!“

Marie Nasemann Schauspielerin und Content Creatorin

„Ultra Fast Fashion von Anbietern wie SHEIN ist nicht nur eine Umweltkatastrophe, sondern oft auch voller Chemie! Nicht jeder kann sich seine Kleidung selbst nähen, deshalb muss die Politik die Hersteller endlich in die Verantwortung nehmen!“

Christin alias Designerella.bella Content Creatorin

Die wichtigsten Facts zu unseren Labortests

Welche gesetzlichen Vorschriften für Chemikalien gibt es? 

In der Europäischen Union gelten strenge Chemikalienvorschriften für Verbraucherprodukte. Die REACH-Verordnung und die POP-Verordnung legen verbindliche Grenzwerte für besonders besorgniserregende Stoffe in Textilien fest. Diese Vorschriften gelten unabhängig davon, ob Produkte innerhalb oder außerhalb Europas hergestellt wurden – jedes Produkt, das auf dem europäischen Markt verkauft wird, muss diese Anforderungen erfüllen. 

Was haben die Laboruntersuchungen ergeben?

  • In 15 von 18 untersuchten Produkten (83 %) fanden wir problematische Chemikalien oder auffällige chemische Produktionsrückstände.
  • 7 von 18 Produkten (40 %) überschritten geltende Grenzwerte der europäischen REACH- oder POP-Verordnung und hätten in dieser Form nicht auf dem europäischen Markt verkauft werden dürfen.

Besonders alarmierend: PFAS:
Von den acht auf PFAS untersuchten Produkten überschritten sechs (75 %) die geltenden REACH-Grenzwerte.  Besonders besorgniserregend ist, dass die massiven PFAS-Grenzwertüberschreitungen vor allem Jacken und Outdoorbekleidung betrafen – darunter mehrere Produkte für Kinder und Jugendliche, die gegenüber gesundheitsgefährdenden Chemikalien besonders empfindlich sind!

Der höchste Befund stammt aus einer Jugend-Kapuzenjacke: Dort überschritten die Werte den nach REACH zulässigen Grenzwert um mehr als das 10.000-fache.  

Den vollen Laborbericht findest du hier. 

Wie geht es jetzt weiter?

Unsere Untersuchung hat unmittelbare rechtliche Konsequenzen. Auf Grundlage der Laboranalysen hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die Betreiberin der Plattform Infinite Styles Services Co. Ltd. am 25. Juni 2026 wegen des Vertriebs mehrerer rechtswidriger Produkte abgemahnt. 

Die Laboranalysen zeigen, dass mehrere der untersuchten Produkte gegen die europäische REACH-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 1907/2006) sowie gegen die POP-Verordnung (Verordnung (EU) 2019/1021) verstoßen. 

Als qualifizierter Verbraucherschutzverband ist die Deutsche Umwelthilfe befugt, Verstöße gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) sowie gegen Verbraucherschutzgesetze gerichtlich verfolgen zu lassen. Unsere Abmahnung stützt sich sowohl auf auf Verstöße gegen die REACH- und POP-Verordnung, wegen denen Unterlassungsansprüche nach dem UWG geltend gemacht werden können. Durch das Angebot nicht verkehrsfähiger Produkte verschafft sich SHEIN nach Auffassung der DUH einen unlauteren Wettbewerbsvorteil gegenüber Unternehmen, die die europäischen Chemikalienvorschriften einhalten. 

Mit der Abmahnung fordert die Deutsche Umwelthilfe SHEIN auf: 

  • sämtliche beanstandeten Produkte unverzüglich von der Plattform zu entfernen
  • eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben  
  • künftig keine Produkte mehr anzubieten, die gegen europäisches Chemikalienrecht verstoßen.

Reagiert das Unternehmen nicht innerhalb der gesetzten Frist oder verweigert die geforderte Unterlassungserklärung, wird die Deutsche Umwelthilfe gerichtliche Schritte prüfen, um ihren Unterlassungsanspruch durchzusetzen. 

Das Umweltproblem von Fast Fashion

Umweltkiller Textilindustrie:

Die Textilindustrie ist für bis zu 3 – 10 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Sie zählt zu den Hauptverursachern der weltweiten Wasserverschmutzung. 70 Prozent der (neu auf den Markt kommenden) Textilien bestehen heutzutage aus Plastik, also auf Basis fossiler Rohstoffe. 35 Prozent des Mikroplastiks in unseren Ozeanen stammt aus Kleidung.

Werbemythos Kreislauffähigkeit:

„Circular Fashion“ ist bisher leider nur ein Werbe-Mythos. Weltweit werden weniger als 1 Prozent aller Kleidungsstücke tatsächlich wieder zu Kleidung recycelt. Der Rest wird weiterhin neu produziert. Die bisherigen Maßnahmen der Modemarken verändern das lineare Geschäftsmodell kaum und fokussieren sich fast nur auf Pilotprojekte mit Recycling-Ansätzen und Greenwashing.

Wegwerf-Mode im wahrsten Sinn:

Jede Sekunde landet eine LKW Ladung Textilien auf offenen Deponien oder wird verbrannt.

Europa exportiert jährlich fast 1,8 Millionen Tonnen gebrauchter Textilien. Ghana ist mit über 100 000 Tonnen pro Jahr eines der Hauptzielländer. Dabei ist rund 40 % der importierten Ware vor Ort unverkaufbar und wird deshalb verbrannt, vergraben oder landet im Meer.

Aber die Konsument*Innen sind bereit:

Das Bewusstsein der Deutschen für einen nachhaltigeren Umgang mit Mode ist in den letzten Jahren signifikant gestiegen. Jeder fünfte Deutsche gibt an, dass sie Kleidung Leihen, Teilen oder Tauschen würden, wenn sie die Möglichkeit bzw. die Infrastruktur dazu hätten.

Du willst noch mehr tun? 5 Tipps für einen grünen Kleiderschrank:

  1. Shoppen im eigenen Kleiderschrank / entdecke deine Kleidung neu, denn 40% wird im Durchschnitt nie getragen!
  2. Nimm dir Zeit und kombiniere deine vergessenen Schätze neu!
  3. Knopf ab? Kleines Loch? Brauchen deine Klamotten etwas Liebe? Lass sie reparieren oder starte selber mal ein visible Mendig-Projekt – deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!
  4. Übernimm Verantwortung für die Ressourcen in deinem Schrank! Sortiere aus was du wirklich ausgeliebt hast – schenke ihnen eine neues Leben!
  5. Wenn es neu für deine Garderobe sein soll, muss es nicht neu produziert worden sein!

Probier mal die nächste Kleidertauschparty aus, kauf Second Hand oder hol dir ein Abo für eine Kleiderei!

Ja, was mit Büchern geht, geht auch mir Klamotten!

Egal welche Methode du am liebsten hast – das nachhaltigste Textil ist immer eines das nicht neu produziert werden muss!

Zurück nach oben