An: Dr. Torsten Kühne, Staatssekretär für Schulbau, Schuldigitalisierung und Lebenslanges Lernen,
und Jörn Pasternack, Bezirksstadtrat für Schule, Sport und Facility Management, Bezirk Pankow
Sehr geehrter Herr Dr. Kühne,
sehr geehrter Herr Pasternack,
mit großer Sorge und Dringlichkeit wenden wir uns an Sie wegen der bevorstehenden Fällung von acht rund 100 Jahre alten Bäumen auf dem Gelände der Heinz-Brandt-Schule in Berlin-Weißensee. Hier soll auf dem Schulhof in einem überstürzten Verfahren ein Modularer Ergänzungsbau entstehen, obwohl der Bedarf an Schulplätzen seit Jahren bekannt ist und dabei wertvolles Stadtgrün zerstört wird. Dabei ist diese grüne Oase unverzichtbarer Hitzeschutz und auch für das preisgekrönte Inklusionskonzept der Schule unerlässlich. Neue Schulplätze dürfen nicht gegen alten Baumbestand ausgespielt werden: Bäume sind Hitzepuffer und müssen mit der Neuschaffung von Schulplätzen zusammengedacht werden! Sie schützen Kinder vor Hitzestress, spenden Schatten und tragen dazu bei, dass sich der Schulhof im Sommer nicht auf über 40 Grad aufheizt. Ihre Fällung gefährdet akut die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler und des Schulpersonals.
Dass Sie trotz möglicher Alternativen, wie beispielsweise der Lidl-Fläche gegenüber, an der geplanten Fällung festhalten, widerspricht jeder Verantwortung für Klimaanpassung, Gesundheit und Bildungsgerechtigkeit. Schulbau darf nicht auf Kosten der Lebensqualität unserer Kinder erfolgen. Ein moderner Schulcampus braucht Grünflächen, Bäume und Aufenthaltsräume, die Schutz vor Hitze bieten – nicht graue Betonflächen, die das Lernen im Sommer unerträglich machen. Die Heinz-Brandt-Schule droht von der beliebtesten Integrierten Sekundarschule 2023 und 2025 zu einem Negativ-Beispiel zu werden, unter dem ganze Schülergenerationen leiden werden. Unser Hitze-Check hat gezeigt, dass Berlin jedes bisschen Grün dringend benötigt.
Wir fordern Sie auf: Stoppen Sie die geplante Baumfällung sofort! Gehen Sie mit der Schulgemeinschaft in den Dialog und entwickeln Sie gemeinsam eine Lösung, die Schulplätze schafft, ohne Gesundheit und Stadtgrün zu opfern. Alle baulichen Maßnahmen sind der Vorsorge und dem Wohl unserer Kinder zu unterstellen. Berlin braucht keine Hitzefallen – sondern Schulen, die auch im Sommer lebenswert bleiben. Zeigen Sie, dass Berlin zu seinen grünen Lernorten steht und mit klugen politischen Entscheidungen vorangehen kann.
Retten Sie die Bäume, schützen Sie unsere Kinder.
Mit freundlichen Grüßen
Die Unterzeichner*innen