Keine Grundschleppnetze im Wattenmeer!

Meeresschutzgebiet? Leider nur Label-Schwindel! Darum geht’s

Krabbenkutter rattern mit ihren Grundschleppnetzen über die sensibelsten Zonen der Nordsee und machen dabei auch vor Meeresschutzgebieten nicht halt. Dabei hinterlassen sie eine Spur der Zerstörung: Viele wichtige Lebensräume wie Sandkorallen-Riffe sind schon verschwunden und Seegraswiesen, Muschelbänke und lebenswichtige Kinderstuben für Fische werden weiterhin rücksichtslos für den kurzfristigen Profit geopfert. Deutschland verstößt damit wissentlich gegen EU-Recht und lässt diese Zerstörung in expliziten Schutzgebieten zu. Werde Meeresschützer*in und stoppe mit uns die zerstörerische Fischerei im Wattenmeer! Wir fordern ein Verbot der Grundschleppnetzfischerei in Schutzgebieten – für die Zukunft unserer Meere!  

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Werde Meeresschützer*in und stoppe mit uns die zerstörerische Grundschleppnetzfischerei im Wattenmeer!

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  • Deutschland bricht EU Recht Deutschland ist gesetzlich dazu verpflichtet, seine Meeresschutzgebiete zu schützen und schädigende Aktivitäten zu verhindern. Indem es diesem Auftrag nicht nachkommt, verstößt die Bundesregierung gegen geltendes EU-Umweltrecht.

Tatort Nationalpark Wattenmeer: die Nordsee beherbergt einige der bedeutendsten marinen Lebensräume Europas, darunter das Wattenmeer, das unter besonderem Schutz steht. Theoretisch. Denn praktisch wird hier mit Grundschleppnetzen nach Nordseekrabben „gefischt“. Diese zerstörerische Fangmethode hat jedoch wenig mit der romantischen Vorstellung vom „Fischen“ gemeinsam: Wenn Grundschleppnetze über den Meeresboden gezogen werden, reißen sie alles mit, was ihnen in den Weg kommt. Sedimente werden aufgewirbelt, bodenlebende Meeresorganismen wie Muscheln und Jungfische getötet, ganze Ökosysteme und Lebensräume wie Seegraswiesen, Muschelbänke und Seemooswiesen zerstört. Der Verlust dieser Lebensräume schwächt die biologische Vielfalt, mindert die Widerstandsfähigkeit der Fischpopulationen und untergräbt eine langfristige, nachhaltige Fischerei.  

Diese zerstörerischen Fangmethoden sind Teil eines völlig absurden Systems: 
Die Nordseekrabbe wird als ‚lokale Delikatesse‘ vermarktet, doch bis sie auf dem Teller landet hat sie eine lange Reise hinter sich: Sie legt tausende Kilometer zurück, um von Arbeiter*innen in Ländern wie Marokko zu Niedriglöhnen geschält zu werden. Vollgepumpt mit Konservierungsstoffen geht es dann wieder tausende Kilometer zurück nach Deutschland – mit echter Frische hat das Endprodukt nichts mehr zu tun. Das Ergebnis ist ein Gefüge, in dem der wirtschaftliche Wert Deutschland verlässt, während die ökologischen Schäden von den lokalen Gemeinschaften getragen werden. Damit Meeresschutzgebiete ihrer Aufgabe gerecht werden – also die Biodiversität zu stärken, Fischpopulationen zu sichern und Küstengemeinden eine zukunftsfähige Perspektive zu bieten – muss die Grundschleppnetzfischerei dort beendet werden! 

Deutschland verstößt gegen geltendes EU Recht:
Nach EU-Recht – etwa der FFH Richtlinie – ist Deutschland gesetzlich dazu verpflichtet, seine Meeresschutzgebiete zu schützen und schädigende Aktivitäten zu verhindern. Doch das passiert nicht. Die Grundschleppnetzfischerei ist in ungefähr 70% der deutschen Meeresschutzgebiete der Nordsee gang und gäbe. Damit verstößt Deutschland gegen geltendes EU-Umweltrecht. 

  • Die Grundschleppnetzfischerei ist in 97% des schleswig-holsteinischen Wattenmeeres gang und gäbe. Während das Nationalparkgesetz unberührte Natur verspricht, schleifen Grundschleppnetze fast über die gesamte Fläche. Auf 97% des schleswig-holsteinischen Nationalparks Wattenmeer wird der Meeresboden und die Lebewesen systematisch gestört – eine gesetzlich geduldete Zerstörung!

Unsere Forderungen an die Bundesregierung und die Landesregierungen von Schleswig-Holstein und Niedersachsen:

  • Schutzgebiete wirklich schützen: Sofortiges Verbot der Grundschleppnetzfischerei in allen deutschen Meeresschutzgebieten – einschließlich des Wattenmeers.
  • Geltendes Recht durchsetzen: Die Verpflichtungen aus EU- und nationalem Naturschutzrecht konsequent einhalten.
  • Fischpopulationen und Artenvielfalt wiederherstellen: Kinderstuben und Laichgebieten die Chance geben, sich zu erholen.
  • Zukunft der fairen und nachhaltigen Fischerei sichern: Nachhaltige Fischereimethoden fördern, statt zerstörerische Praktiken zu dulden.

Erfahre mehr zu unserer Forderung:

Warum deine Stimme zählt und was als nächstes passiert:

Die zerstörerische Grundschleppnetzfischerei geschieht bislang fast unbemerkt – das können wir gemeinsam ändern. Öffentlicher Druck hat schon oft den entscheidenden Wendepunkt gebracht, und genau diesen Hebel setzen wir jetzt an.

Mit deiner Stimme zeigst du den Entscheidungsträgern: Wo „Schutzgebiet“ draufsteht, muss auch Schutz drin sein. Deine Unterschrift gibt uns den nötigen Rückenwind für politische Verhandlungen und juristische Schritte. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass aus dem Label „geschützt“ endlich Realität wird.

Was ist das Ökosystem Wattenmeer? 

Das Wattenmeer ist ein weltweit einzigartiges Küstenökosystem. Wegen seiner Besonderheiten ist es UNESCO-Weltnaturerbe. Es beherbergt rund 10.000 Arten darunter Millionen Zugvögel, umfasst die unterschiedlichsten Lebensräume, ist Touristenmagnet und trägt zum Küstenschutz bei und es prägt die regionale Identität. Seine Funktion als Kinderstube für Fischarten und als Nahrungsraum macht es ökologisch und ökonomisch für (Nord)deutschland unverzichtbar. 

Was ist Grundschleppnetzfischerei? 

Grundschleppnetzfischerei bezeichnet eine Fangmethode, bei der große Netze mit schweren Ketten, Holz- oder Metallrahmen direkt über den Meeresboden gezogen werden. Die Netze schleifen direkt über den Meeresboden und „nehmen alles mit“, was dort lebt – egal, welche Art es ist oder wie groß das Tier ist, das nennt man auch Beifang. Die Grundschleppnetzfischerei zählt weltweit zu den zerstörerischsten Fischfangmethoden. 80 Prozent der deutschen marinen Natura-2000-Gebiete (= Meeresschutzgebiete nach EU Verordnung) sind von Grundschleppnetzfischerei betroffen – ein europäischer Spitzenwert. Im Nationalpark Wattenmeer Schleswig-Holstein ist sie auf 97 Prozent der Fläche erlaubt, obwohl laut Nationalparkgesetz der überwiegende Teil von menschlichen Einflüssen frei sein sollte.

Wer zerstört – und was wird zerstört? 

Im Wattenmeer wird die Krabbenfischerei mit Grundschleppnetzen betrieben. Die Netze schleifen direkt über den Meeresboden und „nehmen alles mit“, was dort lebt – egal, welche Art es ist oder wie groß das Tier ist, das nennt man auch Beifang. Durch die beschwerten Netze werden Seegras-, Muschel- und Riffstrukturen sowie andere benthische Gemeinschaften zerstört. Diese Strukturen sind entscheidend als Laich- und Aufwuchsstätten für Jungfische. Wenn sie fehlen, sinkt die Überlebensrate junger Fische deutlich. 

Viele benthische Tiere (Würmer, Muscheln, Krebstiere), die als Nahrung für Fische dienen, werden durch wiederholten Kontakt mit den Netzen reduziert. Weniger Nahrung heißt: geringere Wachstumsraten und niedrigere Tragfähigkeit des Systems — also weniger Fische insgesamt. 

Gibt es Alternativen zur Krabbenfischerei mit Grundschleppnetzen? 

Früher wurde die Krabbenfischerei im Watt häufig mit der sogenannten Gliep betrieben — ein Schiebenetz, das watend über den Meeresboden geschoben wurde. Damit konnten Krabben in flachen Wattbereichen gefangen werden. Krabben wurden zudem mit Körben bzw. Eimer-Jochs gesammelt. Diese Methoden waren kleinräumig und handwerklich, der Eingriff in den Meeresboden war regional begrenzt und vergleichsweise gering. 

Diese früheren Methoden zeigen, dass Krabbenfischerei grundsätzlich auch mit deutlich geringeren Auswirkungen auf den Meeresboden und das Ökosystem allgemein möglich ist. Heute wären solche schonenden Verfahren jedoch nicht mehr wirtschaftlich tragfähig, weil sie nur sehr kleine Mengen liefern. Die Fangmengen wären viel geringer, Krabben seltener und teurer, und viele Betriebe könnten ihre heutigen Strukturen ohne unterstützende Maßnahmen nicht aufrechterhalten. 

Nachhaltigere Alternativen existieren also grundsätzlich, werden aber kaum genutzt, weil das aktuelle System stark auf hohe Fangmengen, große Kutter und den Einsatz von Grundschleppnetzen ausgelegt ist. Fehlende politische Vorgaben, geringe Fördermittel für den Umstieg, wirtschaftlicher Druck und die Gewöhnung an ein über Jahrzehnte etabliertes, intensiviertes Fangmodell bremsen den Umbau zusätzlich. Ohne klare politische Steuerung und gezielte Unterstützung bleibt die umweltschonendere Fischerei daher weitgehend ungenutzt – obwohl sie für den Schutz des Wattenmeeres dringend notwendig wäre. 

Was kann ein Stopp der Grundschleppnetzfischerei bewirken?

Eine wirksame Regulierung hilft dabei, dass sich Fischpopulationen und Lebensräume am Meeresboden erholen können. Dadurch werden die Fangmöglichkeiten langfristig verlässlicher und die Fischer*innen sind weniger abhängig von stark schwankenden Fangmengen. Studien zeigen, dass Schutzgebiete und eine geringere Nutzung von Grundschleppnetzen dazu führen, dass sich Fischpopulationen erholen und sich auch in angrenzende Gebiete ausbreiten. So profitieren auch die Fischerei außerhalb der Schutzgebiete.

Intakte Ökosysteme machen die Region außerdem attraktiver für Tourismus und Naturerleben – im Wattenmeer der mit Abstand wichtigste Wirtschaftszweig – und sichern zusätzliche Einkommen. Langfristig stärkt dieser Wandel die wirtschaftliche Basis der Region, weil gesunde Ökosysteme stabilere und besser planbare Einnahmen ermöglichen als eine kurzfristige Übernutzung, deren wirtschaftlicher Beitrag seit Jahren zurückgeht. 

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