Schützen statt Schießen! Rettet den Otter!

Nach dem Abschuss ist vor dem Abschuss? Bayern bereitet neue Genehmigungen vor! Darum geht’s

Euer Druck und unsere Klage haben Wirkung gezeigt: nach der Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs über unsere Klage in Oberfranken dürfen vorerst keine Otter mehr geschossen werden. Das bedeutet, dass der Abschuss des strenggeschützten Fischotters in Bayern aktuell gestoppt wurde! Doch es ist klar, dass Bayern bereits am nächsten Schritt arbeitet. Grundlage für den Stopp ist das Fehlen einer belastbare Datengrundlage für den Abschuss. Jetzt werden genau diese Daten gesammelt – mithilfe der Bevölkerung sollen Fischotterbestände landesweit erfasst werden.  

Das Ziel dahinter? Hier soll die Grundlage geschaffen werden, um den Abschuss wieder zu genehmigen. Auch Muttertiere und Jungen sind damit wieder in Gefahr. Das müssen wir verhindern! Unterschreibe jetzt die Petition und hilf, den Otter zu schützen! 

Jetzt unterschreiben:

Setze jetzt mit deiner Unterschrift ein Zeichen für den Schutz und Fortbestand des Fischotters, der überall in Deutschland noch immer auf der Roten Liste der bedrohten Arten steht!

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Deine Daten verarbeiten wir für die Teilnahme an dieser Aktion und würden dich auch gerne per E-Mail-Newsletter personalisiert und an deinen Interessen ausgerichtet und/oder telefonisch über den weiteren Verlauf dieser Aktion und die sonstige Arbeit der DUH informieren. Das detaillierte Vorgehen findest du hier. Deine Einwilligung für den Erhalt des Newsletters oder telefonische Informationen kannst du natürlich jederzeit widerrufen.

  • #HäkelnStattSchießen: Häkelanleitung Fischotter Als kleines Dankeschön für deine Unterstützung erhältst du mit deiner Teilnahmebestätigung eine kostenlose Häkelanleitung für einen Fischotter. Wir sind gespannt auf dein Ergebnis – teile deinen gehäkelten Otter gerne unter dem Hashtag #HäkelnStattSchießen!

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Der Fischotter bleibt in Bayern im Fadenkreuz und soll großflächig abgeschossen werden. Doch warum eigentlich? Bayerns Teichwirte stehen vor Problemen. Statt jedoch strukturelle Lösungen anzugehen, soll ausgerechnet der streng geschützte Fischotter dafür büßen – weil er sich von Fischen ernährt, unter anderem auch aus Teichanlagen. Eine Tierart, die durch Jagd und Umweltzerstörung einst fast ausgerottet wurde, wird erneut zum Sündenbock gemacht. Abschüsse lösen keine wirtschaftlichen Ursachen. Sie sind eine Scheinlösung. Wir sind fassungslos über diesen Rückschritt im Artenschutz. 

 Wie konnte es soweit kommen? Insgesamt vier Regierungsbezirke (Oberfranken, Oberpfalz, Niederbayern und Oberbayern) haben im Frühjahr 2025 definiert, wie viele Tiere an welchen Standorten abgeschossen werden dürfen. Das Schlimmste: kaum bekannt gegeben lagen in manchen Landkreisen bereits doppelt so viele Tötungsanträge vor als erlaubt . Noch bevor also der erste Fischotter geschossen werden konnte, wurde bereits der Ruf nach immer mehr Tötungen laut. Diese Ausrottungsspirale hätte Markus Söder nie in Gang setzen dürfen! 

Das erinnert uns stark an die Geschehnisse im Jahr 2023: Bereits damals konnten wir den Abschuss von 32 Fischottern erfolgreich abwehren. Doch die Gefahr ist noch nicht gebannt. Nach einem Aufruf Bayerns im November 2025 sich am landesweiten Fischottermonitoring zu beteiligen, der sich an Teichwirte, Jäger, Naturfreunde und ehrenamtliche Naturschutzmitarbeitende richtete, wurde schnell klar, dass diese Datensammlung vor allem einem Zweck dienen sollte: neue Abschussregelungen vorzubereiten. Dieses Vorgehen in Bayern darf keinesfalls zum Vorbild für andere Bundesländer werden. Jetzt Otter retten und Petition unterzeichnen! 

Wir befürchten den großflächigen Abschuss und die lokale Ausrottung des Fischotters in Bayern und fordern die Landesregierung unter Markus Söder auf, die Verordnung, die dem Otterabschuss den Weg bereitet, sofort auszusetzen. Unsere letzte Klage gegen die Abschussverfügungen in Oberfranken war bereits vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München erfolgreich, obwohl das Verwaltungsgericht Bayreuth sie als unzulässig abtun wollte. Wir haben den Abschuss, vor dem auch Jungtiere und tragende Weibchen nicht sicher gewesen wären, in Oberfranken vorerst gestoppt! Damit ist de facto klar, dass alle Allgemeinverfügung zum Abschuss des Fischotters der bayerischen Regierungsbezirke rechtswidrig sind. Da die meisten jedoch auf zwei Jahre befristet sind, muss davon ausgegangen werden, dass nach Auswertung der Datensammlungen, für die sogar Naturfreunde instrumentalisiert werden, im kommenden Jahr neue Allgemeinverfügungen bekannt gemacht werden.  

Auch mit der bayerischen Jagdverordnung wird geltendes Recht gebrochen. Als wäre der hohe Schutzstatus, der geringe Bestand und der Abschuss als ungeeignetes Mittel, um Teiche nachhaltig zu schützen, nicht bereits ausreichend gute Argumente, sind die die Art und Weise, wie Fischotter an bayerischen Teichen getötet werden ebenfalls extrem problematisch. Nicht nur sind Fallen erlaubt, die auch andere Tiere treffen können. Es dürfen sogar Nachtsichtgeräte an Gewehren benutzt werden – obwohl das nach europäischem Naturschutzrecht verboten ist. Dagegen haben wir mit dem Bund Naturschutz Bayern im August 2025 Klage eingereicht. Andere Landesregierungen sollten sich kein Beispiel an Bayern nehmen, sondern nachhaltige und rechtssichere Lösungswege für ein Nebeneinander von Teichwirtschaft und Artenschutz einschlagen. Wir bleiben weiter dran! Du kannst unseren Appell jetzt mit deiner Unterschrift unterstützen: 

Unser Appell:

Schluss mit Ausnahmeverordnungen zum Abschuss des Otters in Deutschland! Der seltene Otter braucht unseren Schutz! Statt sinnloser Tötungen brauchen wir nachhaltige Lösungen für den Konflikt. Der Otter muss wieder genügend Lebensräume finden!

Worum geht es? Der Otter genießt seit den 1960er Jahren strengen gesetzlichen Schutz, denn er war so gut wie ausgerottet. Durch ein striktes Jagdverbot und Initiativen für einen besseren Gewässer-Zustand konnte sich die Population erholen und der Fischotter breitet sich langsam wieder in seinem ursprünglichen Lebensraum aus. Immer wieder zeugen Aufnahmen durch Wildtierkameras von ihrer Anwesenheit und sogar von Nachwuchs. Im Frühjahr 25 dann die erneute Gefahr durch eine Regelung, die den seltenen Marder in weiten Teilen Bayerns zum erleichterten Abschuss freigibt. Und auch dieses Mal gibt es keinen zusätzlichen Schutz für Muttertiere und ihren Nachwuchs. Zudem wurde die Zahl der zum Abschuss freigegebenen Tiere sogar mehr als verdoppelt. 

Bereits 2023 haben wir erfolgreich gegen die Ausnahmeregelung geklagt und auch jetzt fordern wir wirksame Maßnahmen, um Teichwirtschaft und biologische Vielfalt zusammenzubringen. Dazu zählen bessere Fördermöglichkeiten für eine extensivierte Bewirtschaftung, einen Otterbonus zum finanziellen Ausgleich vorab, die Renaturierung der Fließgewässer oder präventive Schutzmaßnahmen wie Zäune, wo sie möglich sind. Abschuss ist sinnlos. Denn das Abschießen des Otters, der auf Fische aus den umliegenden Teichen angewiesen ist, (da unsere Flüsse in schlechtem Zustand sind), löst das Problem betroffener Teichwirte langfristig überhaupt nicht: Ist der eine Otter abgeschossen, kommt schon schnell der nächste hinterher und übernimmt das Revier. So wird der Konflikt nur zementiert: Es folgen Forderungen nach noch mehr Abschüssen, die wieder nicht helfen, und der Weg zur lokalen Ausrottung ist gebahnt. 

Besonders brisant: Fischotter können das ganze Jahr über Junge bekommen, die ein Jahr lang bei der Mutter bleiben. In der Falle sind Männchen und Weibchen auch für Expertinnen kaum zu unterscheiden. Wie wollen bayerische Behörden sicherstellen, dass keine Muttertiere geschossen werden oder in Fallen geraten, sich schwere Verletzungen zuziehen können und deren Jungen dann elendig verhungern? 

Dabei gibt es nachhaltige Lösungen zum Schutz von Tier und Teichwirtschaft. Die Landesregierungen sollten endlich verstärkt auf nachhaltige Schutzmaßnahmen setzen: Naturnahe Teichbewirtschaftung mit geringeren Besatzdichten und Elektrozäune, vor allem aber die konsequente Renaturierung der Flusslebensräume des Otters, können das Problem langfristig lösen. Auch sollten Anreize zum Dialog gesetzt werden, anstatt durch Scheinlösungen das Überleben einer heimischen Tierart aufs Spiel zu setzen. 

Wir lassen nicht zu, dass der Fischotter in Bayern für sämtliche Probleme der Teichwirtschaft verantwortlich gemacht wird und andere Bundesländer womöglich dem rückständigen Beispiel aus Bayern folgen. 

  • Schon gewusst? Lutra lutra ist der wissenschaftliche Name für den Eurasischen Fischotter. Er gehört zu den Mardern und bewohnt fischreiche Seen, Flüsse und Bäche. Ursprünglich war er in Deutschland, ganz Europa und Asien in Flussauen und Fließgewässern heimisch. Doch aktuell steht er überall in Deutschland noch immer auf der Roten Liste der bedrohten Arten.

Das macht den Fischotter so besonders:

Mutterliebe – Fischotterweibchen verwöhnen ihre Kleinen

Nach der Tragezeit von gut 60 Tagen sucht sich das Weibchen einen sicheren Platz, um dort ihre Jungtiere zur Welt zu bringen. Die Mutter säugt die Jungtiere für 3-5 Monate und kümmert sich auch danach noch mehr als ein Jahr mit größter Hingabe um sie. Der Otter-Vater wird in dieser Zeit nicht gebraucht und auch nicht geduldet.

Der Fischotter ist ein schneller Kunstschwimmer

Flink und sehr wendig fühlt sich der Fischotter mit seinem stromlinienförmigen Körperbau und den Schwimmhäuten zwischen den Zehen sowohl im Wasser als auch an Land pudelwohl. Mit 14km pro Stunde zählen Fischotter zu den schnellsten Schwimmern der Tierwelt. Bei einem Rennen würden sie aktuelle Olympiasieger*innen und Weltmeister*innen weit hinter sich lassen. Denn die sind nur circa halb so schnell unterwegs. Sie sind außerdem nicht nur schnell, sondern auch lautlos und nahezu unsichtbar im Wasser. Augen, Ohren und Nase liegen auf einer Linie, so dass sie selbst aus dem Wasser herausspähen, dabei aber selbst fast nicht entdeckt werden können.

Der Fischotter hat das dichteste Fell aller heimischen Wildtiere

Sie isolieren ihren Körper nicht mit Fett, sondern mit einem dichten Fell. Auf einem Quadratzentimeter Haut befinden sich über 50.000 Haare – mehr als bei jedem Wildtier und erst recht mehr als bei Menschen. Das dichte Haarkleid brauchen sie, damit ihnen auch im Winter im Wasser nicht kalt wird. Gleichzeitig wäre dem Fischotter sein einmaliges Fell aber auch fast zum Verhängnis geworden: Denn noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Fischottern nachgestellt, um ihre kostbaren Pelze zu verarbeiten.

Geltungsbedürftig beim großen Geschäft

Fischotter kommunizieren und markieren ihre Reviere durch ihren Kot. Ihre sogenannte Losung legen sie sie dabei bevorzugt auf erhöhten gut sichtbaren Stellen, wie markanten Steinen oder Wurzeln am Wasser ab. Zur Freude aller Otterforscher nutzen sie auch sehr gern die Uferstreifen unter Brücken. Die sind leicht erreichbar für Mensch und Tier, wo sie geschützt vor der Witterung lange erhalten bleibt.

Heimisch auf drei Kontinenten – aber nirgends sicher

Einst war der Fischotter auf dem gesamten europäischen Festland, in Skandinavien und auf den Britischen Inseln, in Nordafrika, dem Nahen Osten sowie weiten Teilen Asiens zu Hause. Doch durch Jagd und Umweltzerstörung wurde der Fischotter nahezu ausgerottet und überlebte nur in einigen wenigen Refugien. In Bayern konnte eine kleine, unentdeckt gebliebene Population der Ausrottung entgehen und breitet sich dank intensiver Schutzprojekte wieder aus.

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