Schützen statt Schießen! Rettet den Otter!

Darum geht’s

Es ist mal wieder so weit: Der Fischotter ist in Bayern erneut ins Visier gerückt und soll großflächig abgeschossen werden. Es gibt bereits zahlreiche Abschuss-Anträge! Grund dafür: Die Regierungsbezirke Oberfranken und Oberpfalz haben am 14.2.2025 definiert, wie viele Tiere abgeschossen werden dürfen. Auch Oberbayern und Niederbayern wollen nachziehen. Insgesamt sollen 81 Tiere im Jahr getötet werden dürfen. Über die Einzelgenehmigungen entscheiden nun die unteren Naturschutzbehörden der Landkreise. Das Schlimmste: Es liegen schon jetzt doppelt so viele Tötungsanträge vor als erlaubt wären. Noch bevor also der erste Fischotter geschossen wurde, wird bereits der Ruf nach immer mehr Tötungen laut. Diese Ausrottungsspirale hätte Markus Söder nie in Gang setzen dürfen! 

Das skrupellose Abschießen einer streng geschützten und durch Jagd einst fast ausgerotteten Tierart, ist eine Scheinlösung für die Probleme der Teichwirtschaft. Der Otter wird hier abermals zum Sündenbock gemacht. Wir sind fassungslos!

Das erinnert uns stark an die Geschehnisse im Jahr 2023. Damals sollten schon 32 Fischotter abgeschossen werden. Doch wir haben mit unserer Klage erfolgreich dafür gesorgt, dass sie weiterleben durften. Ein wichtiger Erfolg für den streng geschützten Fischotter. Dieses Mal geht es um mehr als die doppelte Zahl an Abschüssen – das werden wir nicht zulassen und erneut zu verhindern wissen! Denn dieses Vorgehen in Bayern darf keinesfalls zum Vorbild für andere Bundesländer werden. Jetzt Otter retten und Petition unterzeichnen!

Jetzt unterschreiben:

Setze jetzt mit deiner Unterschrift ein Zeichen für den Schutz und Fortbestand des Fischotters, der überall in Deutschland noch immer auf der Roten Liste der bedrohten Arten steht!

35.000
27.462

*Pflichtfeld

Deine Daten verarbeiten wir für die Teilnahme an dieser Aktion und würden dich auch gerne per E-Mail-Newsletter personalisiert und an deinen Interessen ausgerichtet und/oder telefonisch über den weiteren Verlauf dieser Aktion und die sonstige Arbeit der DUH informieren. Das detaillierte Vorgehen findest du hier. Deine Einwilligung für den Erhalt des Newsletters oder telefonische Informationen kannst du natürlich jederzeit widerrufen.

Zuletzt unterzeichnet haben:

  • Stefanie
    Vor 1 Minuten
  • Evelyn
    Vor 2 Minuten
  • Stefan
    Vor 3 Minuten
  • Gabriele
    Vor 5 Minuten
  • Corinna
    Vor 9 Minuten
  • Claudia
    Vor 10 Minuten
  • Heinz
    Vor 10 Minuten
  • Elayne
    Vor 13 Minuten
  • Linda
    Vor 18 Minuten
  • Marina
    Vor 18 Minuten

Wir befürchten den großflächigen Abschuss und die Ausrottung des Fischotters in Bayern und fordern die Landesregierung unter Markus Söder auf, die Verordnung, die dem Otterabschuss den Weg bereitet, sofort auszusetzen. Wir haben daher eine erste Klage gegen die Abschussverfügungen in Oberfranken eingereicht und weitere rechtliche Schritte sind in Planung. Auch andere Landesregierungen sollten sich kein Beispiel an Bayern nehmen, sondern nachhaltige und rechtssichere Lösungswege für ein Nebeneinander von Teichwirtschaft und Artenschutz einschlagen. Wir bleiben weiter dran! Du kannst unseren Appell schon jetzt mit deiner Unterschrift unterstützen:

Unser Appell:

Schluss mit Ausnahmeverordnungen zum Abschuss des Otters in Deutschland! Der seltene Otter braucht unseren Schutz! Statt sinnloser Tötungen brauchen wir nachhaltige Lösungen für den Konflikt. Der Otter muss wieder genügend Lebensräume finden!

Worum geht es? Der Otter genießt seit den 1960er Jahren strengen gesetzlichen Schutz, denn er war so gut wie ausgerottet. Durch ein striktes Jagdverbot und Initiativen für einen besseren Gewässer-Zustand konnte sich die Population erholen und der Fischotter breitet sich langsam wieder in seinem ursprünglichen Lebensraum aus. Immer wieder zeugen Aufnahmen durch Wildtierkameras von ihrer Anwesenheit und sogar von Nachwuchs. Nun die erneute Gefahr durch eine Ausnahmeregelung, die den seltenen Marder in weiten Teilen Bayerns zum Abschuss freigibt. Und auch dieses Mal gibt es keinen zusätzlichen Schutz für Muttertiere und ihren Nachwuchs. Zudem wurde die Zahl der zum Abschuss freigegebenen Tiere sogar mehr als verdoppelt.

Bereits 2023 haben wir erfolgreich gegen die Ausnahmeregelung geklagt und auch jetzt fordern wir wirksame Maßnahmen, um Teichwirtschaft und biologische Vielfalt zusammenzubringen. Dazu zählen bessere Fördermöglichkeiten für eine extensivierte Bewirtschaftung, einen Otterbonus zum finanziellen Ausgleich vorab, die Renaturierung der Fließgewässer oder präventive Schutzmaßnahmen wie Zäune, wo sie möglich sind. Abschuss ist sinnlos. Denn das Abschießen des Otters, der sich gern mal Fische aus den umliegenden Teichen schnappt, löst das Problem betroffener Teichwirte langfristig überhaupt nicht: Ist der eine Otter abgeschossen, kommt schon schnell der nächste hinterher und übernimmt das Revier. So wird der Konflikt nur zementiert: Es folgen Forderungen nach noch mehr Abschüssen, die wieder nicht helfen, und der Weg zur Totalausrottung ist gebahnt.

Besonders brisant: Fischotter können das ganze Jahr über Junge bekommen, die ein Jahr lang bei der Mutter bleiben. In der Falle sind Männchen und Weibchen auch für Expertinnen kaum zu unterscheiden. Wie wollen bayerische Behörden sicherstellen, dass keine Muttertiere geschossen werden, deren Jungen dann elendig verhungern?

Dabei gibt es nachhaltige Lösungen zum Schutz von Tier und Teichwirtschaft. Landesregierungen sollten endlich verstärkt auf nachhaltige Schutzmaßnahmen setzen: Naturnahe Teichbewirtschaftung mit geringeren Besatzdichten und Elektrozäune, vor allem aber die konsequente Renaturierung der Flusslebensräume des Otters, können das Problem langfristig lösen Auch sollten Anreize zum Dialog gesetzt werden, anstatt durch Scheinlösungen Unfrieden zu stiften.

Wir lassen nicht dazu, dass der Fischotter in Bayern für sämtliche Probleme der Teichwirtschaft verantwortlich gemacht wird und andere Bundesländer womöglich dem rückständigen Modell aus Bayern folgen.

  • Schon gewusst? Lutra lutra ist der wissenschaftliche Name für den Eurasischen Fischotter. Er gehört zu den Mardern und bewohnt fischreiche Seen, Flüsse und Bäche. Ursprünglich war er in Deutschland, ganz Europa und Asien in Flussauen und Fließgewässern heimisch. Doch aktuelll steht er überall in Deutschland noch immer auf der Roten Liste der bedrohten Arten.

Das macht den Fischotter so besonders:

Mutterliebe – Fischotterweibchen verwöhnen ihre Kleinen

Nach der Tragezeit von gut 60 Tagen sucht sich das Weibchen einen sicheren Platz, um dort ihre Jungtiere zur Welt zu bringen. Die Mutter säugt die Jungtiere für 3-5 Monate und kümmert sich auch danach noch mehr als ein Jahr mit größter Hingabe um sie. Der Otter-Vater wird in dieser Zeit nicht gebraucht und auch nicht geduldet.

Der Fischotter ist ein schneller Kunstschwimmer

Flink und sehr wendig fühlt sich der Fischotter mit seinem stromlinienförmigen Körperbau und den Schwimmhäuten zwischen den Zehen sowohl im Wasser als auch an Land pudelwohl. Mit 14km pro Stunde zählen Fischotter zu den schnellsten Schwimmern der Tierwelt. Bei einem Rennen würden sie aktuelle Olympiasieger*innen und Weltmeister*innen weit hinter sich lassen. Denn die sind nur circa halb so schnell unterwegs. Sie sind außerdem nicht nur schnell, sondern auch lautlos und nahezu unsichtbar im Wasser. Augen, Ohren und Nase liegen auf einer Linie, so dass sie selbst aus dem Wasser herausspähen, dabei aber selbst fast nicht entdeckt werden können.

Der Fischotter hat das dichteste Fell aller heimischen Wildtiere

Sie isolieren ihren Körper nicht mit Fett, sondern mit einem dichten Fell. Auf einem Quadratzentimeter Haut befinden sich über 50.000 Haare – mehr als bei jedem Wildtier und erst recht mehr als bei Menschen. Das dichte Haarkleid brauchen sie, damit ihnen auch im Winter im Wasser nicht kalt wird. Gleichzeitig wäre dem Fischotter sein einmaliges Fell aber auch fast zum Verhängnis geworden: Denn noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Fischottern nachgestellt, um ihre kostbaren Pelze zu verarbeiten.

Geltungsbedürftig beim großen Geschäft

Fischotter kommunizieren und markieren ihre Reviere durch ihren Kot. Ihre sogenannte Losung legen sie sie dabei bevorzugt auf erhöhten gut sichtbaren Stellen, wie markanten Steinen oder Wurzeln am Wasser ab. Zur Freude aller Otterforscher nutzen sie auch sehr gern die Uferstreifen unter Brücken. Die sind leicht erreichbar für Mensch und Tier, wo sie geschützt vor der Witterung lange erhalten bleibt.

Heimisch auf drei Kontinenten – aber nirgends sicher

Einst war der Fischotter auf dem gesamten europäischen Festland, in Skandinavien und auf den Britischen Inseln, in Nordafrika, dem Nahen Osten sowie weiten Teilen Asiens zu Hause. Doch durch Jagd und Umweltzerstörung wurde der Fischotter nahezu ausgerottet und überlebte nur in einigen wenigen Refugien. In Bayern konnte eine kleine, unentdeckt gebliebene Population der Ausrottung entgehen und breitet sich dank intensiver Schutzprojekte wieder aus.

Zurück nach oben