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Einweg-E-Zigaretten sind besonders umweltschädigende Produkte und verschwenden wertvolle Ressourcen: Sie enthalten kritische Rohstoffe wie Lithium, Kobalt oder Kupfer, bei deren Abbau Natur zerstört und große Wassermengen verbraucht werden. Die Produktion der leistungsstarken Batterien verursacht hohe Treibhausgasemissionen. Einweg-E-Zigaretten werden bereits nach einem Nutzungszyklus zu Elektroschrott. Bei unsachgemäßer Entsorgung gehen die enthaltenen Rohstoffe für ein Recycling verloren und Schadstoffe können in die Umwelt gelangen (Material Focus, 2023).
Batterien in Einweg-E-Zigaretten sind brandgefährlich: Enthaltene Lithium-Ionen-Batterien können nicht entnommen werden. Bei unsachgemäßer Entsorgung können diese Brände verursachen, da sie sich bei Beschädigung stark erhitzen und selbst entzünden. Brände treten aktuell besonders häufig in Müllfahrzeugen, Sortier- und Recyclinganlagen auf (EUWID 2024: Verbändeumfrage), sind aber auch für private Haushalte nicht auszuschließen. Fehlentsorgte Einweg-E-Zigaretten können so Menschenleben gefährden.
Der vom Landwirtschaftsministerium vorgelegte Referentenentwurf der Tabakerzeugnisverordnung schlägt lediglich das Verbot von 13 Zusatzstoffen in E-Zigaretten vor. Das wäre reine Augenwischerei und zudem ein großes Geschenk an die E-Zigarettenindustrie. Es besteht die Gefahr, dass verbotene Aromastoffe schnell durch andere ersetzt werden. Zudem enthalten Einweg-E-Zigaretten süchtig machende Stoffe, die zu einem dauerhaften Konsum verleiten. Auch an der katastrophalen Ökobilanz der Einweg-Produkte und der Brandgefahr durch falsch entsorgte Vapes ändert sich durch ein Aromaverbot nichts.
Wir fordern Gesundheitsministerin Warken und Landwirtschaftsminister Rainer auf, die Ankündigung eines Verbots von Einweg-E-Zigaretten durch die Bundesregierung unverzüglich und konsequent umzusetzen – zum Schutz von Gesundheit, Umwelt und Ressourcen.