Jetzt Naturschutz verteidigen!

Darum geht’s

Die Bundesregierung hat den nächsten Frontalangriff auf Umwelt- und Naturschutzstandards gestartet. Unter dem Deckmantel der Beschleunigung und Modernisierung von Infrastruktur hat sie beschlossen, dass neue Autobahnen, Bundesstraßen, fossile Leitungen, Trassen und sogar Rastplätze ohne Rücksicht auf Naturschutzgebiete möglichst schnell quer durch die Landschaft gebaut werden. Was dabei unter die Räder kommt? Wälder, Moore, Wiesen, Felder, Flüsse und Auen.  

Wer Natur für Straßen und fossile Bauprojekte zerstört, soll sich dazu künftig auch noch freikaufen können: Wurde bisher ein Stück Wald gerodet, musste in direkter räumlicher Nähe eine neue Waldfläche entstehen. Jetzt aber reicht es, Geld für die Naturzerstörung zu zahlen und sich von der Verantwortung frei zu kaufen. Der Ablasshandel Geld gegen Natur wird damit zur komfortablen Lösung für Politik und Konzerne. Was mit dem Geld dann passiert? Weiß bisher keiner.   

Das treibt mitten in der Klima- und Biodiversitätskrise die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen massiv voran und ist ein weiterer Beweis dafür, dass diese Bundesregierung gerade dabei ist, den Naturschutz in Deutschland komplett aufzugeben.  

Wilhelmshaven ist ein alarmierendes Beispiel dafür, welche Zerstörungswucht das neue Gesetz entfalten kann: Die Zerstörung des EU-Vogelschutzgebiets Voslapper Groden Nord konnten wir im Schutzbündnis mit NABU und BUND gerade noch per Eilantrag vor Gericht stoppen. Ein entscheidender Grund: das Gericht sah die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen nicht als ausreichend gesichert. Hätte sich der Konzern wie nun für solche Projekte beschlossen mit einer Ersatzgeldzahlung von der Naturzerstörung freikaufen können, würden in diesem Moment vermutlich schon die Bagger im Vogelschutzgebiet rollen. Das Schutzgebiet in Wilhelmshaven ist eine wichtige Oase für Rohrdommel, Blaukelchen und den Schilfrohrsänger inmitten von industriell genutzten Flächen.  

Unterschreibe jetzt und fordere die Bundesregierung auf: Geben Sie den Naturschutz nicht auf! Wir brauchen Grünflächen, Bäume, Wälder und Auen, die uns vor Hitze und Hochwasser schützen und Leben erhalten!   

Jetzt unterschreiben:

Kein Ablasshandel mit der Natur: Rettet Wälder, Moore, Auen und Wiesen!

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Petition: Kein Ablasshandel mit der Natur – Rettet Wälder, Moore, Auen und Wiesen!

Die Bundesregierung hat versprochen, den beschleunigten Ausbau von Straßen, fossilen Leitungen und anderer technischer Infrastruktur mit einem Gesetz zur Stärkung der Natur auszugleichen. Dieses Versprechen muss sie jetzt auch einlösen.  

Wir fordern die Bundesregierung auf, die Beschleunigung von Infrastrukturprojekten auf Kosten von Wäldern, Mooren, Wiesen, Feldern, Auen und Gewässern zu stoppen und durch ein starkes Gesetz für die Natürliche Infrastruktur sicherzustellen, dass unsere Landschaft nicht immer trister und naturärmer, sondern artenreicher und grüner wird. Das Gesetz zur Stärkung der Natürlichen Infrastruktur muss mindestens sicherstellen:  

Details zu unseren Forderungen weiterlesen

  1. Wer Natur zerstört, muss den Schaden sichtbar und wirksam wiedergutmachen.Wenn für eine neue Straße Wald gerodet, Boden versiegelt oder Lebensräume zerstört werden, darf das nicht einfach mit einer Geldzahlung erledigt sein. Zerstörung darf nur stattfinden, wenn anderswo konkrete Ausgleichsmaßnahmen für neue Wälder, Moore und Flüsse auf den Weg gebracht wurden. Das geht nur, wenn die Bundesregierung dafür wirksame Instrumente liefert und Flächen bereithält.  
  2. Besonders wertvolle Natur muss vor rücksichtsloser Beschleunigung geschützt werden. Wo die wenigen noch intakten Moore Wasser speichern, Wälder kühlen, Auen Hochwasser abfangen oder Wiesen Artenvielfalt sichern, darf der Bau neuer Grauer Infrastruktur nicht automatisch Vorrang haben. 
  3. Die längst überfällige Vernetzung von Lebensräumen für unsere Wildtiere muss endlich gesetzlich gesichert und konsequent umgesetzt werden. Fischotter, Wildkatzen und Biber wandern entlang von Flussufern. Lachse und Aale durchschwimmen unsere Gewässer über weite Strecken vom Meer bis in die kleinen Gebirgsbäche und zurück. Doch ihre natürlichen Wege werden immer wieder von Straßen durchkreuzt und durch industrielle Nutzungen geschädigt, oft mit tödlichen Folgen für die Tiere und negativen Auswirkungen auf ganze Ökosysteme. Ein funktionierendes Verkehrs- und Versorgungsnetz, wie es für uns Menschen selbstverständlich ist, braucht auch die Natur: Als dauerhaft verbundenes Netz von Lebensräumen. Der Biotopverbund ist die Infrastruktur der Natur. Er muss genauso verbindlich geplant, geschützt und ausgebaut werden, wie die Infrastruktur der Menschen. 

Naturschutz darf nicht mit fiesen Tricks ausgehebelt werden: Keine Beschlüsse kurz vor Feiertagen, keine Verfahren ohne echte Beteiligung, kein schnelles Durchdrücken neuer Grauer Infrastrukturprojekte, während der versprochene Ausgleich für die Natur auf der Strecke bleibt. Wer Natur zerstört, muss sich der öffentlichen Debatte stellen. Wir haben das Gegenteil erlebt: Das Umweltministerium entwickelte im Frühjahr eine Antwort auf die vom Kabinett beschlossene Naturzerstörung mit einem Gesetz zur Stärkung der Natur. Doch anstatt beide Gesetze miteinander zu verbinden, wie es der Koalitionsvertrag versprach, wurde das Naturzerstörungsgesetz durchs Parlament gepeitscht und Ende Juni ohne wirksames Gegengewicht beschlossen. Das Gesetz zur Stärkung der Natur droht damit nun zur leeren Hülle zu verkommen oder gar vollends in der Versenkung zu verschwinden.  

Dabei ist die Klimakrise längst in unserem Alltag angekommen. Hitzesommer, trockene Böden, Starkregen und Hochwasser zeigen: Wir brauchen mehr Natur, nicht weniger. Wälder, Moore, Auen und gesunde Böden sind kein Nice to Have. Sie sind unsere Lebensgrundlage. Sie schützen unser Wasser, unsere Gesundheit, unsere Dörfer und Städte.  

Fordere deshalb mit uns ein Gesetz, das unsere natürlichen Lebensgrundlagen effektiv schützt und gegen den Autobahnwahn, sowie fossile Leitungen und Kraftwerke verteidigt.  

FAQs:

Warum ist diese Petition jetzt so wichtig?

Das „Naturzerstörungsgesetz“ (namentlich Infrastruktur-Zukunftsgesetz, IZG) wurde am 26.6.2026 vom Bundestag mit der Mehrheit von SPD und CDU beschlossen und hat am 10.7.2026 auch den Bundesrat passiert. Das versprochene Gegengewicht, das Gesetz zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur (NATIF), war bisher nicht einmal im Kabinett. Wenn wir jetzt keinen Druck machen, droht das Gesetz in der Schublade zu verschwinden oder allenfalls als zahnloser Papiertiger daherzukommen. Bereits der aktuelle Entwurf des Gesetzes wird dem Anspruch, die natürliche Infrastruktur zu stärken und der Natur ein Gegengewicht zur Beschleunigungsoffensive für Beton und Asphalt zu schaffen, nicht gerecht.

Was ist mit „Grauer Infrastruktur“ gemeint und wie wird diese durch das IZG befördert?

Graue Infrastruktur umfasst technische und bauliche Infrastrukturelemente für die Grundversorgung. Dazu zählen Systeme für die Wasser- und Energieversorgung, für die Telekommunikation oder den Verkehr. Grau steht hier dafür, dass vieles davon aus Stahl, Beton oder Asphalt besteht. Damit beim Bau solcher Infrastruktur die Eingriffe und Schäden für Natur und Landschaft möglichst klein bleiben, sind für die verschiedenen Infrastrukturprojekte per Fachgesetz Planungs- und Genehmigungsschritte festgelegt. Das IZG möchte diese Genehmigungsprozesse beschleunigen, indem es die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für bestimmte Projekte aussetzt und die Beteiligung der Öffentlichkeit ausschließt. Ob das tatsächlich zu einer Beschleunigung führt, ist fraglich, denn Konflikte werden so nicht schon im Planungsprozess besprochen und gelöst, sondern münden voraussichtlich in langwierige Gerichtsverfahren.

Eine weitere Bedrohung für die Natur besteht darin, dass das IZG Graue Infrastruktur wie z. B. zahlreiche Autobahnen und Bundesstraßen, beschleunigte Energieinfrastruktur (z. B. CO2-Pipelines, H2-ready-Gaskraftwerke) und Militärinfrastruktur bis hin zur Logistik in das überragende öffentliche Interesse stellt. Das bedeutet: Steht einem Gaskraftwerk, einem Lkw-Parkplatz oder dem Ausbau einer vierspurigen Bundesstraße schützenswerte Natur, ein Waldstück, eine artenreiche Wiese oder ein wertvolles Feuchtgebiet, entgegen, so kann dies bei der Abwägung der Interessen einfacher „weggewogen“ werden. Die Graue Infrastruktur wird durch das IZG priorisiert, und die Natur wird nun zum geringeren Interesse degradiert.

Hinzu kommt: Zerstören solche Projekte die Natur, können sich die Konzerne direkt freikaufen, statt wie bisher nach Ausgleichsflächen zu suchen und nur in Ausnahmen auf Ersatzgeldzahlungen auszuweichen. Ob aus dem Geld je wieder ein Wald wird, bleibt bisher offen.

Wie hängen das IZG und das Gesetz für die Natürliche Infrastruktur (NATIF) zusammen?

Die Merz-Regierung hatte sich von Beginn an vorgenommen, Graue Infrastrukturvorhaben auf Kosten von Umweltstandards und Beteiligung voranzutreiben. Doch mit ihrem Koalitionsvertrag hatte sie sich auch vorgenommen, den geplanten Einschnitten ein „Naturflächenbedarfsgesetz“ gegenüberzustellen. Es soll dafür sorgen, dass mit dem Ablasshandel generierte Ersatzgelder auch zu großflächigen Maßnahmen werden. Auch die Vernetzung von Naturflächen, also der Biotopverbund, sollte damit unterstützt werden.

Versprochen wurde also ein Paket aus beschleunigter Naturzerstörung einerseits und großflächig wirksamer Naturstärkung andererseits. Bekommen haben wir bisher nur Teil 1. Die Bundesregierung bricht damit ihr Versprechen und droht, den Naturschutz in Deutschland aufzugeben. Das können wir nicht durchgehen lassen!

Welcher Kuhhandel wurde mit dem IZG betrieben und wie wirkt sich dieser auf das Gesetz zur Stärkung der Natürlichen Infrastruktur aus?

Das IZG wirkt mit seiner zerstörerischen Beschleunigungslogik wie die sprichwörtliche Axt im Walde. Das Gesetz zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur sollte dazu das Gegengewicht liefern: einen Mechanismus, der Natur dort wieder aufwertet und Zerstörung ausgleicht, wo Beton und Asphalt derzeit Vorfahrt haben.

Geplant war ein Landschaftsplan, der festlegt, welche Flächen für Naturschutzziele gebraucht werden: für Artenvielfalt, Erholung, Hochwasserschutz, Kohlenstoffspeicherung und weitere zentrale Funktionen. Diese Flächen sollten vor Zerstörung geschützt werden. Hinzu sollten Vorkaufsrechte kommen: Wenn innerhalb dieser wichtigen Naturschutzkulisse Flächen verkauft werden, sollten Bund, Länder und Naturschutzverbände sie erwerben können. So könnten Moore wiedervernässt, Wälder gepflanzt, Auen renaturiert und Deiche zurückverlegt werden, genau dort, wo es besonders wichtig ist.

Doch weil das IZG bereits beschlossen ist, fehlt nun der politische Druck. Die Beschleunigung für Autobahnen und andere Infrastruktur ist durchgesetzt. Warum also noch „lästige“ Regeln zum Ausgleich für den Naturschutz nachlegen? Das NATIF droht, eine leere Hülle zu bleiben, wenn wir jetzt keinen Druck machen.

Was bedeutet der “Ablasshandel mit der Natur” und wie funktioniert er?

Das IZG leitet einen gefährlichen Paradigmenwechsel ein: Wer die Natur für den Neu- und Ausbau von Autobahnen, Bundesstraßen, beschleunigte Energieprojekte oder andere Projekte der Grauen Infrastruktur zerstört, kann sich künftig sehr leicht mit einer Geldzahlung von seiner Verantwortung freikaufen.

Ein Wald, eine Aue, ein Moor oder eine Wiese können dann sofort zerstört werden und gehen verloren. Sie kühlen aber unsere Städte, speichern Wasser, schützen vor Hochwasser und bieten Lebensraum für viele Arten. Das lässt sich nicht einfach durch Geld ersetzen, sondern erst über einen konkreten Ausgleich in der Fläche – so, wie es die Eingriffsregelung zuvor primär vorsah. Nun stellt das IZG Geldzahlungen und konkrete Ausgleichsmaßnahmen gleich, sodass es den Vorhabenträger*innen ermöglicht wird, direkt eine Geldzahlung zu leisten.

Und damit nicht genug: Das Gesetz zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur, das unter anderem regeln soll, wie die Gelder nun in einen wirksamen Ausgleich fließen können, bleibt bisher aus. Ob es überhaupt kommt und seinen Namen verdient, ist völlig offen.

Damit entsteht ein gefährliches Ungleichgewicht: Die Natur kann schon heute zerstört werden. Ob sie morgen tatsächlich ersetzt wird, ist ungewiss. Es drohen immer mehr Geldzahlungen, ohne dass die notwendigen Flächen, Instrumente und rechtlichen Grundlagen vorhanden sind, um daraus schnell und wirksam neue Natur entstehen zu lassen.

Für uns ist klar: Natur darf nicht zum Verrechnungsposten werden. Wenn Natur zerstört wird, muss der Schaden mit konkreten Maßnahmen ausgeglichen werden – am besten in derselben Region, wo er verursacht wurde. Denn Geld spendet keinen Schatten, speichert kein Wasser und ersetzt keinen Wald.

Was bewirkt meine Unterschrift?

Mit deiner Unterschrift und dem Teilen dieser Petition hilfst du uns, die Bundesregierung jetzt unter Druck zu setzendamit sie ihr Versprechen einlöst und den Naturschutz nicht fallen lässt. Und sollte die Bundesregierung ein Gesetz zur Stärkung der Natürlichen Infrastruktur auf den Weg bringen, das diesen Namen nicht verdient, hilfst du uns, Druck zu machen, damit unsere Abgeordneten im parlamentarischen Prozess die Dinge in das Gesetz einbringen, die ihm die wichtige Wirkung für die Stärkung der Natürlichen Infrastruktur verleihen.  

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